Donnerstag, 23. Oktober 2014

Sommersaison 2014 oder: Eine Rückschau

Hey Leute!

Wiedermal kommt nach langer Pause eine Zusammenfassung. Falls dir die Pause zu lange war- tut mir leid. Falls nicht- auch egal ;)

Letzter Stand war die erste von zwei Wochen in Spanien beim Höhentrainingslager, hier möchte ich gleich anschließen:

In der zweiten Woche gab es für mich weitere 102km zu absolvieren. Das Trainingsniveau ist entsprechend der Vorwoche abgefallen, aber hat größtenteils gepasst. Von der Zeiteinteilung war diese Woche wesentlich angenehmer, da es nur vereinzelt 3-Einheiten-Tage gab, da ein Tag mehr zur Verfügung stand.

Danach ging es gleich nach Magdeburg, wo ich am nächsten Tag meinen Wohnungsschlüssel in Empfang nehmen konnte.  (falls ich jetzt das Datum im Nachhinein nicht verwechsle :D )

Natürlich wurde normal trainiert, wobei mein Körper nach dem Trainingslager den Betrieb sozusagen stark einschränkte und ich wie ein vollbeladener Öltanker durch die Elbehalbe schiffte. (Träge, sehr sehr träge)

Mein Favorit war Freitag, hier stand ein 5x800 Kraul Stufentest an der Reihe und dem Gesichtsausdruck meines Trainers Bernd war ich wohl so ziemlich der erste Schwimmer, der ihn gefragt hat, ob man den Test nicht auslassen könne! :D Bernd war dann so gnädig und als ich "normale" 800er schwimmen durfte und einen Puls von 12 Schlägen/10 Sekunden erreicht habe (das ist 50% vom angestrebten Wert) war ich sehr froh über meine Entscheidung ;-) Manche Leute haben so einen Ruhe/Normal-puls...

Ja, da war ich sehr sehr müde ;)
Ich nach dem Höhentrainingslager ;-)

Zum Glück ging es in den nächsten zwei Wochen dann wesentlich besser und ich war teilweise richtig schnell! Da hatte ich dann "Bock auf mehr" ;-)

Nach ein paar Abenteuern mit meiner Wohnungseinrichtung- (Kleiner Tipp: Bei Möbeldiskontern werden keine Kreditkarten akzeptiert und ein 800€ Abhebungmaximum bei der Bankomatkarte für einen 900€ Einkauf ist submaximal und kann an der Kassa peinlich werden...) :D - ging die Reise weiter zum Europacup nach Holland. (polit. korrekt: Niederlande)

Hier war ich schon zweimal am Start und es war immer "extrem" interessant ;-)

2011 war es schweinekalt, aber ich konnte beim Europacupfinale meinen 2ten Gesamtrang festigen/erreichen und habe diesen Wettkampf noch gut in Erinnerung! ;)

2013 war die Temperatur normal, aber sehr wellig und durch das viele verschluckte (nicht gerade keimfreies) Wasser bekam ich am Tag darauf einen schönen kleinen Infekt (vgl. Europacuprennen Ungarn 2014)

Dieses Jahr sollten die Bedingungen den von 2013 ähneln.

Da dies das "spannendste" Rennen in dieser Rückschau war, werde ich dieses genauer beschreiben, die anderen allerdings nur kurz


Vorbereitung:


Wieder gab es einen Klassiker, mein Name fand sich nicht auf der Meldeliste. Das ist bei uns ein wirkliches Sch***problem, da Nachmeldungen nicht akzeptiert werden und mein Kumpel Chris aus Irland so 2011 um 2000€ umgefallen ist, da er nicht starten durfte und somit nicht in die Europacupgesamtwertung gekommen ist.

Hätte mich dieses Problem vor ein zwei Jahren noch umgehauen, war ich hier schon routiniert entspannt und nach einem Telefonat mit dem OSV wurde klar, dass die LEN hier den Fehler begangen hatte und ich starten durfte! :-)


Normalerweise sollte die Nacht vor dem Rennen keine Beachtung finden, aber wenn man um 4 Uhr in der Nacht von einem Hotelgast durch das offene Fenster (es war sehr heiß im Zimmer) geweckt wird, um den Dre***hotelhintereingang zu öffnen,gibt es schlafempflindliche Menschen, die noch dazu vor einem Rennen geweckt werden, die ganz schön wütend werden und danach nicht schlafen können...! ;-)

Als ich dann schlaftrunken aufgewacht bin, gings zum Frühstück, bei dem ich ca. so freundlich dreingeschaut habe wie grumpy cat! :-)

Wo ist mein Essen?

Super Vorraussichten für einen motivierten Start in den Renntag! haha


Das Rennen:


 Teil 1-grumpy Matzi

Mit meiner super Laune gings dann in den 10km Marathon, bei recht welligen Bedingungen und wie fast immer (außer WC Portugal) habe ich mein Ziel eines guten Startes perfekt umsetzen können (oder eben auch nicht...)

Da mein Gehirn an diesem Tag super auf  "granteln" konditioniert war, gelang mir natürlich alles wunderbar. Jeder Zug fühlte sich toll an, meine Wasserlage war eines Luftkissenboots gleich, ich schwam rhythmisch starke Züge und spielte mit der Konkurrenz Katz und Maus. Auch taktisch war ich genau an der Stelle, die ich vorgesehen hatte und Konkurrenten überholen/einholen/distanzieren klappte hervorragend.

*Sarkasmus Ende*

Als ich dann nach der zweiten (von 4) Runden an letzter Position im Feld mit 3m Rückstand auf den Vorletzten trauernd an der Feedingstation vorbeischwamm (ich konnte nicht trinken gehen, da ich sonst das Feld endgültig verloren hätte und das Rennen einstellen hätte können) gab ich mich mit der Option zufrieden, dass ich ein "Debakel" verhindern und wenigstens ein paar Europacuppunkte sammeln könnte...

Teil 2- Wtf-Matzi


Doch auf den nächsten 500m passierte das quasi Unmögliche. Mit einer schönen "Draufgesch*****mentalität, etwas Wut und einem aufkommenden Wassergefühl(+Lage) plus eigener Schwimmlinie befand ich mich plötzlich knapp hinter dem Führenden!

Ich habe absolut keine Ahnung wie ich in 500m ca. 30m auf den Führenden gut machen konnte! Und werde es wohl nie erfahren! :-D

Hier begann ein komplett neues Rennen für mich! (Brauchte ja nur 5.500m "Einschwimmen" :D)

Teil 3- Matzi führt


Nach ein paar Metern ließ mich der Spanier vor und plötzlich "durfte" ich Führungsarbeit machen. Da ich an diesem Tag so grandios IM Feld geschwommen bin (Zusammenstöße, Positionsverluste bei Wendebojen usw) beschloss ich in Führung zu bleiben und schwamm ein chilliges Tempo. Denn falls jemand vorgehen sollte, sollte er ruhig und falls nicht, erspar ich mir die Kämpfe und das (langsame) Tempo passt mir dann ja sowieso ;)

500m lang machte mir ein Italiener den Gefallen vorzuschwimmen, ab dann wollte es niemand mehr machen...


Als ich in die letzte Runde kam, musste ich allerdings meine Taktik umstellen. Da ich in den letzten Jahren leider etwas Maximalgeschwindigkeit verloren hatte und beim Training in Magdeburg bei Schlusssprints etc. meist Schlusslicht bin, konnte ich es nicht auf einen Schlusssprint ankommen lassen (was super aufging *Sarkasmus*) ;-)

Also steigerte ich die Geschwindigkeit für die nächsten 500m, dann nochmals für 1000m (das tat schon weh bei dem Wellengang-ich musste mich bzw. das Feld richtig navigieren)

Mental war ich wieder sehr stark und ich genoss wieder das Gefühl in Führung zu liegen. Auch Gedanken meines Europacupsiegs von 2011 kamen mir in den Sinn und es war wieder richtig leiwand zu schwimmen! :-)


Teil 4- Finale- "Finish him"  Schmerzlevel over 9000


Als ich dann bei 9500m die letzte Boje als Erster umschwamm und die Strapazen schon richtig richtig fett spürte- ging das Rennen erst richtig los! :-D

Die letzten 500m vorm Ziel:

500: Ich bin Erster! Kann ich wieder gewinnen? Ja, ich kann es!!!

450: Puh, das Ziel ist aber weit weg!

440: Oh Mann! Jetzt schon die erste Attacke? Ich beginn mal Beine zu schwimmen! ;-)

400: Aua! Das tut weh!

380: Gut, der Wappler kann net mehr! (Bei einem Zielsprint denkt man leider nicht mehr ganz so politisch korrekt, wie ich es natürlich sonst immer tue!) ;-)

360: Oha, da geht wer ab! Ah das ist Chris (aus Irland- der mit der offenen Hoorn-Rechnung von 2011)

350: Verdammt der ist schnell (und schon vorbei)

340: Machs gut Chris! Diese Runde geht an dich. Aber ich will aufs deppate Podium!!!

300: Oha, hinter mir ist sehr viel los!

250: Hallo Marcel! (Holländer- auf meinem Leistungsniveau)

240: Den lass ich nicht vorbei!

220: Na toll, jetzt picken wir uns beiden gegenseitig im Sog (nebeneinander)

Wo ist der Matzi? DA ist er!
200: Körper: "Matzi du Voll**sch, ich kann nemma! Verstehst du meine Signale nicht?" (Schmerzen, viele Schmerzen) ;-)

150: Du, Marcel.... magst net einfach vorschwimmen und mich putzen. Sei einfach so schnell, dass ich net mitkomm, dann hättest du dir den zweiten Platz eh verdient!

130: Hiiiiiiiiiiilllllllfffffeeeee, icchhhhh kann net mehr!

110: Meine Sinne haben sich dann schmerzbedingt verflüchtigt und ich habe beim Orientieren das Ziel kaum noch mehr erkannt! (Zum Glück war das komplette Feld strömungsbedingt sehr sehr weit links und abseits des Kurses-da hätte ich ziemlich einfahren können ;-)) Also hier war ich schon wirklich wirklich am Ende! ;-)

100: Sche*****************ße! Des sind noch ca. 100m. Komm schon Matzi, im Training kannst du am letzten 100er immer noch drauflegen!

80: Marcel, geh vor du De**
 
50: (Ich hüpfe schon wie Sau, null Technik mehr, einfach nur mehr Kampf, Kampf, Kampf)
Weg ist er! :-D (By the way, danke liebe Italiener fürs Teamwork! :D )
30: Fotofinish! Ich, ich, ich!!

20: ICH, ICH, ICH, ICH, ICH!!!!!

10: AAAAAAAAAAAUUUUUUUAAAAAA!!!!
Der Anschlag- wie die anderen es gesehen haben
0,1m bis zum Ziel: Marcel schlägt an...

0,0: Ich schlage an und schreie den Schmerz raus!
Der Anschlag- wie ich ihn gesehen habe/ erwünscht hätte! :-D
-2m: Aua, aua, aua! Es tut so weh! :-D Wieviel Laktat ich wohl gerade habe? :D
Diese Foto gibt mir soviel! :D Nein, ich habe mit den beschriebenen Schmerzen NICHT übertrieben! ;-)
-4m: Ich glaub der Dr*********nder (natürlich sportlich leger und positiv besetzter Begriff ;D ) war vor mir! Aber ich bin am PODIUM!


Im Endeffekt war Marcel 1/10tel vor mir. An diesem Tag war mir das komplett egal, aber dieses Zehntel sollte mich noch verdammt viel Geld/Anerkennung/Freude kosten ;-)


Nichtsdestotrotz war ich sehr sehr zufrieden mit diesem Rennen, auch wenn ich die von Trainer Bernd vorgegebene Taktik: "Matzi, schone dich (für die EM), lass die anderen arbeiten und greif dir möglichst viele Punkte" superb umsetzen konnte...

Egal- ich war das erste Mal seit 2011 wieder am Podium eines Europacups und das fühlt sich super an! :-)
Platz 3, da samma dabei! :-)


Wunden lecken und EM-Vorbereitung


Nach diesem Rennen hatte ich exakt 11 Tage Zeit mich auf die EM vorzubereiten.

Die nächste Woche verbrachte ich in Graz und meistens liegend im Bett. Ich hab mich in Holland so richtig abgeschossen! :D

Mental war dieser Podestplatz super, doch ist es für mich immer wichtig, kurz vorm Wettkampf beim Training ein gutes Gefühl zu haben, da ich mir in den letzten Tagen hier meist das Selbstvertrauen hole.

Leider konnte ich erst am Freitag! (6 Tage nach dem Rennen) wieder halbwegs gute Zeiten schwimmen, doch fragte ich mich im Nachhinein ob die Entscheidung pro Europacup die richtige gewesen war, denn bei der EM ging es für mich nicht um viel, sondern eigentlich um alles!


EM- Alles oder nichts! Oder wie Profisport funktioniert




Bei dieser EM stand für mich sehr viel am Spiel! Ich wusste- wenn ich versagen würde-verliere ich meinen Job und muss bis Rio 1,5Jahre ohne jegliches Einkommen überstehen. Diese Möglichkeit hatte ich bereits im Herbst in meinem Kopf und ich musste mir realistischerweise einen Plan B zurechtlegen. Da bei mir im Herbst/Winter 2013 beim Schwimmen nicht viel ging, war dieser Gedanke auch eine gewisse Last und auch ein Mitgrund für meinen Wechsel nach Magdeburg. So als Art letzte Chance, um meinen Job und somit meine finanzielle Sicherheit bzw. Freiheit zu behalten. ;-)


Seitens des Verbands wurde uns Heeressportlern kommuniziert, dass wohl einer von uns das Heer verlassen muss, da Lisa Zaiser (Willkommen im Team!) :) eingerückt ist und es nicht sicher war, ob wir einen weiteren Platz dazubekommen. Somit war es eine 4 aus 7 Kandidaten (wovon zwei Leute die Chance hatten neu einzurücken) Als Hauptkriterium wurde die EM ausgegeben. Also hier gab's nur ein Motto:
Hopp oder Drop! ;-)

Das klingt sehr hart (ist es auch) Aber wir Profisportler haben einen schönen Beruf und durchs Heer kaum Mehraufwand unter dem Jahr. Aber man muss seine Leistung an den Tagen X, Y und Z bringen. Hier kommt sehr viel Druck komprimiert auf kurze Zeit auf einen Sportler zu, doch das ist Teil der Jobdescription. (Ich schreibe das nur, damit sich Nicht-Sportler, die auch diesen Blog lesen, einen kleinen Eindruck von den wirklichen Knackpunkten eines Sportlerlebens kriegen) ;-)

Dieser Umstand ist zwar sehr hart, aber man lernt durch sie meiner Meinung nach sehr viel fürs Leben (danach). Man weiß es oft erst zu schätzen was man hat, wenn es weg bzw. möglicherweise bald weg ist. Und ich bin sehr froh, dass ich weiterhin die Chance habe für das Bundesheer/Österreich starten zu dürfen!


Aufgrund der terminlichen Nähe konnte ich leider bei den österreichischen Freiwasserstaats nicht teilnehmen, da diese am Sonntag und die EM Bewerbe am Mittwoch (5km) und Donnerstag (10km) stattfanden

Und da die EM für mich entscheidend war, musste ich auf die Staats verzichten.



Die EM


Zur EM an sich will ich mich eher kurz halten.

Bei beiden Rennen habe ich mich leider nicht richtig fit bzw. vor allem nicht schnell gefühlt. Es war mehr Kampf und Krampf als ein geiler Saisonhöhepunkt. Ich war leider nicht so fit, wie beim Weltcup in Portugal oder dem Beckentest. Anscheinend war ich wirklich noch müde vom Europacup 11 Tage zuvor...

Trotz des relative miesen (Schwimm)gefühls konnte ich mein bestes EM Ergebnis mit einem 14ten Platz beim 5km Rennen einstellen und auch mein bestes 10km EM Ergebnis verbessern (Nach einer DSQ 2011, einem totalen Einbruch nach zwischenzeitlicher Führung 2012- auch nicht schwer) :D
Hier wurde ich 27ter und war nicht sehr zufrieden. Doch für das Bundesheer bin ich extra die 5km am Vortag gestartet, damit meine Chance für eine Weiterverpflichtung erhöht wird, auch wenn man sich innerhalb 18h nicht erholen kann. Aber als Sportler kann man sich die Termine ja nicht aussuchen :-)
Aber es gab ja sowieso mehrere (ca. 5?) Schwimmer, die beide Strecken absolviert haben, also war es grundsätzlich möglich :-)


Lisa und ich. Hintergrund der Magdeburger Dom

 Juhu :)



Meine Leistungen bei der EM haben zum Glück gereicht und ich konnte meinen Platz beim Bundesheer verteidigen! :-) Dh. ich bin mindestens Ende 2015 beim Heer angestellt und es sollte sich somit finanziell bis Rio 2016 ausgehen! :-)




Nach der EM hatte ich eine Woche wasserfrei und konnte mir den Schlusstag im Velodrom anschauen und es war dort wirklich sehr sehr geil! Schade, dass sich zur Ruderanlage am Rande Berlins wirklich nur ein paar "einsame Wölfe" (Copyright T. Lurz) zur Open-Water-Veranstaltung verirrt hatten. Ein bisschen Stimmung hätte der EM gut getan. Va. da die Deutschen wieder erfolgreich waren.

Elbe-Ansicht Magdeburger Dom
Am wichtigsten und geilsten zu erwähnen ist es, dass mein Trainingskollege in Magdeburg- Rob Muffels- unerwarteterweise(?) mit einem 5km Turboritt die Silbermedaille schnappen konnte und das noch dazu sehr knapp vor Deutschlands Freiwasserkoryphäe T. Lurz (xx-facher Weltmeister) Das war geil und ab jetzt weiß ich immer, wo ich im Training im Vergleich zu einem EM-Medaillengewinner stehe. Was besseres gibt es nicht! :-)

Hundertwassers letzte Arbei. Auch Magdeburg

Saisonfinale und ein Skandal (ohne Anführungszeichen!) ;-)


Nach meiner Pause standen ein paar Wochen leistungserhaltendes Training am Programm, denn es gab noch einen Wettkampf für mich- das Europacupfinale in Castellabate in Italien.

Hier standen wieder die 10 und 5km an zwei aufeinanderfolgenden Tagen am Programm. Allerdings diesmal für alle Schwimmer! :-) Hier wurden die Zeiten der beiden Rennen addiert und gewertet.

Ich war am Ende unendlich froh, dass die Saison endlich vorbei ist, aber es gab ja noch 15km zu absolvieren :-D

Zur Ausgangslage: Nach meinem Podestplatz in Holland habe ich einen großen Sprung in der Gesamtwertung nach Vorne gemacht und lag an 4ter Position. Da das Finale doppelte Punkte versprach, war es sogar möglich aus eigener Kraft die Gesamtwertung gewinnen zu können.

Da ich 2011 Gesamtzweiter war und das richtig geil war (und ich nachträglich inoffiziell die steirische Sport-Auszeichnung in Gold erhalten habe. Siehe unten) ;-) wollte ich das wieder erreichen!

Mein Ziel war es nun unter die Top 3 zu stoßen, damit ich diesmal die offizielle  Gold-Auszeichnung erhalten kann und es für die Gesamtwertung für Freiwasserverhältnisse viel Preisgeld gab (3500,3000,2000,1250,750,500€)

10km Rennen:


Das Rennen war sehr hart, da es richtig richtig viele Wellen gab! Mein Ziel war es möglichst viel Kraft zu sparen und wenig Zeit zu verlieren. (diesmal wirklich) ;-)

Leider habe ich im chaotischen Rennen übersehen, dass zwei Schwimmer ausgebrochen sind und bin mit dem "Feld" an 7ter Position ins Ziel gekommen.

Mit meinem Rückstand auf Rang 1 war meine Chance auf den Europacupsieg dahin, doch mein Ziel war es noch aufs Podest zu kommen!

5km und ein Skandal:


Am nächsten Tag war das Wasser wesentlich ruhiger und die 5km mit Einzelstart (alle 60Sek ein Schwimmer)  standen an.

Uns wurde vorm Rennen erklärt, dass wir die erste bzw. letzte Boje in der ersten Runde und in der letzten Runde unbedingt mit der rechten Schulter nehmen mussten. (Sonst hätte man ordentlich abkürzen können)

Als ich dann nach einer anstrengenden Stunde bei dieser Boje ankam, hörte ich vermehrte Pfiffe von einem Jetski. Mir wurde dann mit den Händen gedeutet, dass ich direkt zum Ziel schwimmen solle und nicht um die Boje. Nach einiger Verwirrung nahm ich dann den mir angezeigten Weg, da ich mich als Sportler auf die Anweisungen der Organisation verlassen können muss...


Nach meinem Finish war ich noch immer verwundert und die Aufregung im Ziel war auch bei den anderen Schwimmern  ebenfalls groß. Manche Schwimmer wurden sogar daran GEHINDERT um diese Boje zu schwimmen, indem sich das Boot auf die Rennlinie stellte.

Nun ja. Bei den letzten drei Startern änderten die Veranstalter das Prozedere und diese schwammen um die Boje herum!

Jetzt war natürlich die Hölle los. Sollte die Schwimmer, die kürzer geschwommen sind, disqualifiziert werden, obwohl sie nichts dafür konnten?

Auf jeden Fall war es nicht mehr möglich den sportlich fairen Gewinner zu ermitteln. Denn manche Schwimmer sind früher den Anweisungen gefolgt, andere wurden gestoppt und die drei letztgestarteten (und am Vortag schnellsten) hatten einen ordentlichen Umweg.

Die Schwimmer wurden schlussendlich nicht disqualifiziert und die Zeiten wurden gewertet.

Dies ist ein Skandal an sich. (auch ich, hätte vll. bei diesem Rennen zweiter anstatt dritter werden können, es gab nur 2-3Sekunden Abstand zwischen mir und dem Vordermann, aber das hätte keinerlei Auswirkungen auf das Gesamtklassement gemacht)

Denn man kann nicht sagen, wer eigentlich verdientermaßen den Europacup gewonnen hat. Denn die zwei Schwimmer, die sich den Sieg ausmachten schwammen einmal um die Boje und einmal die "Abkürzung" und dieser Umweg machte einen Unterschied von 20-40 Sekunden. Und genau mit einem Zeitunterschied von 30 Sekunden konnte der Italiener die Wochenendwertung und somit den Gesamtsieg drehen!

Zurück blieben ein fassungsloser Ungar (der wohl gewonnen hätte), verwirrte Schwimmer und sowieso nur Verlierer.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass alle Schwimmer über die Boje Bescheid wussten, nur der italienische Polizist am Jetski bei der Boje nicht...

Eine Katastrophe!

Resüme 


Für mich gab es nun am 5er einen dritten Platz, in der Wochenendwertung einen vierten und leider leider in der Gesamtwertung auch einen vierten Platz.
Geschlagen um einen Punkt!

Hätti/wari ich in Holland dieses eine 1/10tel schneller gewesen (siehe Schmerzprotokoll), wäre ich am Podest gestanden. So knapp geht es zu bei einer Gesamtschwimmzeit von rund 9 Stunden bzw. 45km zu! :-D Shit happens!

Als kleine Motivation hier meine "Verluste" durch den einen Rangverlust:

  • keine goldene Sportauszeichnung Land Stmk (außerdem nächstes Jahr zum ersten Mal seit 2009 keine Ehrung, da ich heuer bei keinen Staatsmeisterschaften schwamm- und somit nicht Staatsmeister werden konnte...)
  • eine Gesamtmedaille + Siegerehrung Europacup
  • 750€ Preisgeldunterschied
  • ein "mauer" Saisonabschnitt
Tja, einfach schneller schwimmen Matzi! Auch wenns nur eine Zehntel ist! :-D


Danach gings in den wohlverdienten Urlaub- ich war ja schon in Italien! ;-)



Vereinswechsel


Noch ein Wort zu meiner momentanen Vereinszugehörigkeit. Nach einem interessanten und turbulenten [siehe Blog]  (Austausch)-Jahres bin ich wieder zu meinem Stammverein ATUS GRAZ zurückgewechselt! :-)

Ich bedanke mich beim USC für das vergangene Jahr und freue mich wieder bei meinem neuen alten Verein zu sein! :-)


Das waren meine letzten Monate und nun freue ich mich auf meine neue Saison!

:-)

In diesem Sinne,
stay tuned

ein hoffentlich bald um (mehr als) ein Zehntel schnellerer Matzi :-)



Freitag, 18. Juli 2014

Höhentrainingslager Sierra Nevada oder "#roadtoberlin-grünau"

Hey Leute!


Ich melde mich hier von 2320m Höhe aus der Sierra Nevada (ESP)


Nach meinem letzten Post durfte ich eine schöne (Regenerationswoche) in meiner schönen Heimat Graz bzw. der Steiermark verbringen.

In dieser Woche konnte ich endlich wieder ein bisschen Zeit mit meiner Freundin verbringen und durfte die standesamtliche (Graz) und kirchliche Hochzeit (Ramsau) meiner Schwester erleben.

Immer diese Verschiebungen... ;-)

Dies war lange Zeit nicht klar, da mir die LEN (="europäischer Schwimmverband") fast einen Strich durch die Rechnung gemacht hat! :-)

Da ich oft unterwegs bin, durfte ICH den Termin der Hochzeit meiner Schwester aussuchen und meine Wahl fiel auf das erste Juliwochenende, da hier kein (OW)-Wettkampf angesetzt war.

Doch genau zwei Wochen nach der Terminfestlegung verlegte die LEN, das für meine EM Quali angesehene Europacup-Wochenende einen Monat nach hinten- genau auf dieses Wochenende!

Da hab ich wieder mal geglaubt, ich muss sterben... ;-)

Ein Entscheidung zwischen EM und somit der einzigen Möglichkeit meinen Job nächstes Jahr zu behalten und der Hochzeit meiner Schwester wäre doch sehr hart gewesen.

Glücklicherweise konnte ich statt dem Europacup einen Weltcup als EM-Quali seitens des OSVs wahrnehmen. Dies erschwerte zwar meine Qualichancen, jedoch habe ich hier einen sehr guten Job absolviert und konnte trotzdem an der Hochzeit teilnehmen. Ende gut- Alles gut! ;-) (siehe: Post)

Höhentrainingslager Sierra Nevada


Nach dem schönen Hochzeitswochende mit etwas mehr "Gepäck" an den Hüften ging es am Montag darauf gleich nach Spanien.

Auf 2320hm mit Blick auf Granada
Hier trainier(t)en drei deutsche Vereine- darunter einige EM-Starter- ein gemeinsames Trainingslager und von "meinem" SC Magdeburg waren Rob, Hendrik, Finnia, Johanna und Franzi am Start. Mit dabei war eigens -zusätzlich zu den drei Heimtrainern- ein Analyst, der die ganze Zeit verwenden konnte, um Videoaufnahmen und Technikbesprechungen durchzuführen. So etwas sollten wir Österreicher auf mal überlegen ;-)

Gleich nach meiner Ankunft um 20:00 durfte ich gleich meine ersten drei Kilometer im Wasser absolvieren und es sollten 14 weitere Trainingseinheiten bis Sonntag 9:30 mit insgesamt 100,1 km werden ;-)

Da wir aus zeitlichen Gründen nur zwei Wochen in den Bergen absolvieren können, muss das Programm eben "etwas" gestraffter vonstatten gehen.

Jeder zweite Tag sah bei mir folgendermaßen aus:

6:40-7:00 Warm up
7:00-9:00/9:30 Schwimmen  (je nach Dauer der Einheit)
danach Frühstück
Pause
13:00 Mittagessen
14:15-14:30 Warm up
14:30-16:30/17:00 Schwimmen (je nach Dauer der Einheit)
17:00-17:30 Pause
17:30-18:15 Athletik oder Dehnen oder Schultergym 
18:15-20:00 Pause
20:00-21:15 Schwimmen
21:15 Essen
danach Schlafen und Repeat ;-D

Der Tag mit zwei Einheiten war um 18:15 eben zu Ende ;-)
Trainingsende und die Sonne ist auch müde ;-)

Trotz des doch harten Trainingsalltags hier in der Höhe konnte ich ,vor allem am Anfang, richtig schnell schwimmen und war überrascht, dass das auf Anhieb so gut geklappt  hat. Bei meinem ersten Höhen-Trainingslager hat es doch wesentlich länger gedauert und ich war von meinen jetzigen Zeiten weit entfernt

Das macht natürlich Lust auf mehr! :-)

Am Ende der Woche war ich dann schon etwas "Banane" aber das gehört dann wohl doch dazu ;-) Bin ja (noch) keine (seelenlose Schwimm-) Maschine! ;-D 

Die zweite Woche

Tr-Partner und 'EM-Gegner' Robby genießt die Aussicht! ;-)

Die zweite Woche läuft ein wenig "entspannter", da für die relativ gleiche Wochendistanz (geplant 105km, mal schauen, wieviel es wirklich werden) mit dem ganzen Montag, quasi ein Tag mehr zur Verfügung steht :-)

Allerdings bin ich nochmals motivierter, da es endlich das offizielle "Go" für die EM in Berlin 2014 gibt! :-)

Heute (Donnerstag Mittag, stehen bei mir noch 3 kurze und 6 lange Einheiten am Programm, bis es wieder mit dem Flieger in die neue zweite Heimat nach Magdeburg geht. Hier werde ich dann gleich meine kleine Wohnung beziehen können! :-)


EM- Quali und ein kleiner "Schock"!

Nach meinem 5km Test, dem Europacup in Ungarn und dem Weltcup in Portugal bekam ich die Bestätigung, dass ich heuer zum 4ten Mal an einer EM teilnehmen kann! Ich freue mich riesig darüber und werde die letzten 27 Tage bis zum ersten Rennen nochmals das Beste aus mir rauskitzeln, damit ich dort wieder ein gutes Ergebnis (2012: 14ter Platz) erkämpfen kann ;-)

Doch zuerst traf mich der Hammer! :-D

In der ersten Pressemitteilung stand mein (und zwei weitere) Name(n) nicht drauf! Das ist für einen Sportler schon hart, wenn man seinen Namen nicht liest, va. da die Entscheidung ob ich starten darf bei mir leider nicht quantifizierbar messbar (gewisse Zeit schaffen, dann bis du dabei), sondern nur qualifizierbar messbar (gute Rennen, bei entsprechender Konkurrenz) ist und deshalb ist bei mir immer die Spannung groß ob es "reicht".

Heuer konnte ich meine bisher beste EM-Quali schwimmen und ich war mir ziemlich sicher, dass das reicht, aber man weiß ja nie! ;-)

Und als ich meinen Namen nicht entdeckt hatte und neben den Schwimmern, auch Synchro und Springer erwähnt wurden, war ich schon recht baff muss ich sagen! :-D

Das war meinen ganzen (harten) Winter lang, die Alptraumvorstellung schlechthin, dass ich die EM-Quali nicht schaffe und somit automatisch meinen Job beim Bundesheer verlieren würde. 
Dieser negative Gedanke hat mich auch dazu gebracht, dass ich zur Magdeburger OW-Gruppe gewechselt bin und für ein paar Minuten wurde dieser Alptraum leider sehr "lebhaft" für mich ;-)

Doch mit einem Anruf konnte ich dieses Missverständnis (?) aufklären und war dann doppelt froh darüber, dass ich in Berlin schwimmen darf! :-)


Also- BERLIN, ICH KOMME!!! ;-)



Nach Berlin geht's da lang! ;-) (Zu den Links meiner Unterstützer übrigens auch :P )



Meine nächsten 4 Wochen sehen folgendermaßen aus:


  • Diese Woche noch in Spanien
  • Dann 1,5 Wochen in Magdeburg
  • Am 2.8. gibt es noch ein 10km Europacuprennen in Holland
  • Dann bin ich eine Woche zuhause (Graz)
  • Und dann geht es schon direkt zur EM, wo ich am 13 und 14. August die 5 und 10km schwimmen werde. 

Ich finde es zwar dumm, dass diese Rennen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden, aber was soll man machen ;) 
Mein Fokus liegt diesmal auf dem 5km Rennen und das 10km Rennen mach ich für die Erfahrung und um hoffentlich ein zweites gutes Ergebnis abzuliefern ;-)

Ich melde mich wohl nach dem Europacup in Holland!

In diesem Sinne
stay tuned
ein vom Training müder Matzi ;-)


Sonntag, 29. Juni 2014

Matzi ein 'bisserl' unterwegs- FRA-> AUT -> GER -> AUT -> ISR -> AUT -> GER -> AUT -> HUN -> AUT -> POR -> AUT- noch fragen? ;-)

Hey Leute!

Wiedermal melde ich mich mit reichlich Verspätung, aber jetzt gibt es wieder eine große Rückschau. Ist ja wieder einiges passiert! ;-)

Zweite Woche Font Romeu:


Die Woche verging eigentlich auch recht schnell und die technischen Veränderungen haben ein wenig gegriffen. In dieser Woche haben wir eigentlich jeden Tag zur Überprüfung eine "Laktatabnahme" gehabt. (keinen Laktattest) Dazu gab es tägliche Videoaufzeichnungen vom mitgereisten Co-Trainer. Und als Schmankerl machte Bernd immer gleich eine genaue Trainingsaufzeichnung. Wenn man nach dem Training ins Zimmer kam, gab es per Whatsapp ein Dokument mit allen Zwischenzeiten, Laktatwerten und ab und zu sogar ein zusammengeschnittenes Youtube-Video, bei dem man die technischen Fortschritte aus verschiedenen Winkeln betrachten konnte. Ich sag nur: sehr sehr geil! :)

Eine Woche mit Stress zuhause


Dann ging es eine Woche nach Hause. Das konnte ich allerdings nicht richtig genießen, da ich in dieser Woche meine halbe Anwesenheitspflicht für dieses Semester auf der Universität absolvieren musste (3 Blockkurse, 30h auf der Uni) dazu kam noch das Schwimmtraining, das war ein bissi zach. Noch dazu spürte ich ein wenig die Müdigkeit von dem Trainingslager und dem Höhenunterschied. Deshalb war ich froh, dass es wieder nach Deutschland ging.

2,5 Wochen Deutschland und ein 5km Test


Neues (zweites) Wohnzimmer ;-)
Weiter ging's nach Deutschland. Das erste Mal ging es für mich 'offiziell' nach Magdeburg. Das war dann doch ein wenig anders als die paar Mal vorher. Doch es hat mir sehr gefallen. Denn plötzlich hatte ich ein zweites "Wohnzimmer" bekommen. Das ist ja auch nicht schlecht ;-)

Nachdem ich mich zwei Wochen mit den extrem schnellen Magdeburg-Frauen (manche sagen wohl: "Trainingsbiester") matchen konnte (eher musste :P), konnte ich endlich mit meinen neuen männlichenTrainingskollegen trainieren, das war ja der Hauptgrund für meine Entscheidung nach Deutschland zu gehen. (Es ist schon beruhigender wenn man bei Männern beißen muss, um mitzukommen und man nicht gschamig mit den Mädls krepiert :D)

Meine "Longo"-Gruppe besteht aus:
Rob Muffels, Poul Zellmann, Marcus Herwig und Hendrik Rijkens. Plus Finnia Wunram und seit kurzem auch mir! ;-)

Es ist unglaublich wie unterschiedlich das Trainingsgefühl sein kann, wenn man gemeinsam kämpfen kann. Auf einmal bin ich zwei bis drei Sekunden am 100er (!) schneller geschwommen und war am Ende des Trainings (mental) nicht so k.o., weil es einfach Spaß gemacht hat und ich endlich wieder das Gefühl hatte das richtige beim Training zu tun. Mittlerweile würde ich mich wieder trauen gewisse Trainingszeiten auf diesem Blog zu veröffentlichen, aber damit warte ich noch ein wenig zu. Vor einem halben Jahr hätte ich mich eher geschämt meine frustrierenden und "frustrierten" Trainingsergebnisse zu senden ;-)

In diesen Wochen wurde also fleißig trainiert und die ersten 2 Wochen vergingen wie im Flug. Doch das Finale stand noch bevor:


EM- Quali Teil 1. 5km Becken Test



Im Rahmen meiner EM- Quali durfte/musste/konnte ich einen 5km Test im Pool schwimmen. Das war in den letzten Jahren immer mein Sorgenkind, da ich im Becken immer gespürt habe, dass mir etwas Geschwindigkeit fehlt, ich das aber im Freiwasser mit Wassergefühl der verschiedenen Strömungen und Orientierung mehr als Wett machen konnte.

Die geforderte Zeit von 55 Minuten (1:06 Schnitt) fand ich immer schon ein wenig hoch gesetzt, da ich schon sehr oft Kollegen geschlagen habe, die im Becken 54 oder gar 53 Minuten geschafft haben, aber im Freiwasser weit hinter mir gelandet sind. Deshalb fand ich diesen Test nie sehr aussagekräftig. (Man könnte es vergleichen mit Tartanbahnlaufen und Orientierungslaufen. Wer auf der Bahn schnell ist, muss es nicht unbedingt im Wald sein)

Jedoch was dieser Test aussagt ist, dass man eine gewisse Geschwindigkeit als Werkzeug/Grundgerüst für den Freiwassereinsatz besitzt. Und die wollte ich unbedingt steigern.

Mein Persönlicher Rekord lag bei 56:48 (Das ist ein 1:06,9 Schnitt) aus dem Jahre 2013. Bei diesem Test habe ich allerdings gespürt, dass ich nicht ans Limit gehen konnte und dass da noch einiges an Spielraum vorhanden sein sollte.


Am Ostermontag (der Tag des Tests) war ich allerdings relativ verunsichert, ob ich in die Nähe dieser Limitzeit kommen könnte, da ich mich nicht sehr wohl fühlte und es generell bei mir in letzter Zeit an sportlichem Selbstvertrauen mangelt (Das muss ich mir wohl erst langsam und hart erarbeiten) ;-)

Doch als die ersten 500m des Tests geschwommen bin, war diese Sorge komplett verflogen. Ich bin sehr sehr gut im Wasser gelegen. Meine Frequenz war für mich überraschend hoch und ich hatte einen richtig geilen "easy speed"

Bei jedem 100er konnte ich auf der Uhr mitschauen, wie ich mir immer mehr Puffer zum Zielschnitt herausholte und nach 2000 Metern war ich mir schon absolut sicher, dass ich meinen "Vorsprung" (16 Sekunden auf den Zielsplit) ins Ziel retten könnte, selbst wenn ich am Ende eingehen würde.

Das war sozusagen einer dieser 'Flowzustände' und ich habe wirklich wirklich lange darauf gewartet, diesen endlich wieder einmal zu spüren/erreichen. Das sind immer die schönsten Momente beim Schwimmen, wenn alles 'fließt'. Ich könnte baden in diesem Gefühl! ;-)

Ich hatte sogar die Chuzpe, dass ich bei der zweiten Hälfte nicht nochmal eine Schippe draufzulegte (sorry fürs Piefkedeutsch), wie ich es eigentlich meistens tue, denn im Hinterkopf hatte ich schon die erste Runde des Europacups, die 4 Tage nach dem Test stattfand)

Am Ende konnte ich eine Zeit von 54:30 erreichen. (Hätte ich am Ende die Uhr nicht mehr so schlecht gesehen, wäre ich sicher unter diese blöde 30-Sekunden "Schranke" gekommen. Das ärgert mich bisi. :P


Meine Zwischenzeiten:




Am Ende hab ich noch ein wenig gepusht und konnte den letzten 100er unter die psychologisch wichtige 1:00 Schranke drücken. Das macht Spaß! ;-)

Kurzes Video zum Test (5mins)




Am nächsten Tag ging es dann schon inklusive Zwischenübernachtung in Wien nach Israel zum Europacup!


Matzi als Reisender; "Oda da Teifl mogn Matzi net fliagn!" ;-)



Wiedermal hatte ich das klassische "Glück" beim Reisen. ;-) (In Portugal kommts noch schlimmer, siehe unten) Mit Johanna und ihrere Vereinskollegin Barbara Pirstinger ging es nach Israel. Barbara war so nett und begleitete uns als Coach, da ich dieses Jahr Johanna das Trainervorschlagsrecht übergeben habe und die Salzburgtrainer leider keine Zeit hatten.

Nach Eilat zu kommen ist leider ein wenig umständlich und deswegen teuer.
Von Wien nach Tel-Aviv kommt man relativ leicht. Da aber in Tel Aviv hauptsächlich in der Früh und Abends geflogen wird, da anscheinend die Aerodynamik zu gefährlich ist, ist es verdammt schwer den Weiterflug nach Eilat innerhalb eines Halbtages zu bekommen.

Wir hatten planmäßig 4 Stunden Zeit zwischen den Flügen, diese sollte reichen, jedoch ist das in Tel Aviv nicht ganz so einfach. Hier gibt es sehr strenge Sicherheitskontrollen und man muss durch deren 3, um vom internatiolanen zum nationalen Terminal zu kommen. Dieser Übergang wird offiziell mit 1-2 Stunden veranschlagt. Also kein Grund zur Sorge!

Oder vielleicht doch nicht.

Denn unser Flieger nach Tel Aviv wurde (natürlich in mehreren schlecht kommunizierten Zwischenschritten insgesamt) um 3 Stunden nach hinten verschoben. Das war der super gau, da wir doch extra den letzten Inlandsflug gebucht haben und der nächste erst 12 Stunden später fliegt!

Also Panik pur! :-D

Kaum als wir unseren richtigen Starttermin hatten, bekam ich aber ein SMS, dass unser Inlandsflieger eine halbe Stunde später fliegt und wir waren sehr erfreut über dieses zusätzliche Zeitfenster.

Also kämpften wir uns durch die Warteschlangen (und machten dabei sicherlich keine Werbung für Österreich) und schafften es relativ sicher zum Terminal. Doch siehe da- dieser Flieger kam doch etwas später. Nach viermaliger Zeitveränderung halt um 4 Stunden später! :-D

Also viel Stress um nichts und wir kamen dankenswerterweise schon um 24 Uhr an...


Das Rennen:


Das Rennen war für einen Europacup recht gut besetzt, man merkte, dass einige Länder ihre Qualifikation für die EM hatten und so war es ein guter Gradmesser für mich bei diesem Rennen zu bestehen.

Aber ich fühlte mich gut, die Wasserlage war noch top und ich wusste, dass ich schwimmerisch sicherlich keine Probleme haben werde, der geile 5km Test ist ja noch nicht so lange her ;-)

Doch leider war ich am Start viel zu passiv und habe die Konflikte mit anderen gescheut. Das ist ja eigentlich net blöd, aber das Resultat war, dass ich relativ am Ende des Feldes war.

Da mir im Moment leider die Maximalgeschwindigkeit fehlt, tue ich mir recht schwer, meine Konkurrenz zu überholen, was relativ blöd ist, wenn man am Ende des Feldes ist... haha

Wirklich gut schwimmen konnte ich nur, wenn niemand vor mir war und ich ungestört schwimmen konnte und das war dann leider sehr oft der Fall, da das Feld außereinander gebrochen ist und so viele viele Lücken entstanden sind.

Eigentlich war es mein Ziel möglichst viel Zeit im Sog zu verbringen und am Ende zuzuschlagen, das erledigte sich aber recht schnell und das Resultat war, dass ich ab Kilometer 4 immer hart arbeiten musste, um die vor mir entstehenden Lücken zu füllen.

Ich konnte so zwar viele Plätze gut machen, aber so gewinnt man leider keine Rennen.


Im Endeffekt wurde es ein guter 8ter Platz, mit dem ich zufrieden sein konnte/musste. Jedoch wusste/weiß ich, dass ich viel besser schwimmen kann, solange ich an den Füßen dranbleiben kann. Aber da wartet noch viel Arbeit auf mich in Deutschland. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das schaffen kann. Bis zu meinem Qualirennen für Rio sind es noch ca. 2 Jahre und in dieser Zeit kann man sehr viel weiterbringen. :-)
Bericht im Grazer. Für euch bin ich bitte noch immer der "Matzi" ;-)


Resultat Israel

Stubenbergsee


Nach Israel war ich zwecks der Uni länger in Graz und in dieser Zeit war zum Glück der Apfellandmarathon im Stubenbergsee.

Dieses Rennen ist sozusagen mein "Heim"-Rennen und ich finde ich toll, dass es auch in Österreich Open Water Rennen gibt und diese immer größeren Zulauf finden.


Da ich nach Israel wirklich schnell im Training war, war ich darauf eingestellt "meinen" Rekord zu verblaßen, allerdings habe ich wohl am Donnerstag vorm Rennen im Training zuviel Gas gegeben (zwei Top 7km Einheiten) und ich war schon recht paniert.

Deshalb hab ich meinen Rekord um rund eine halbe Minute verpasst, war allerdings noch immer 2mins 40sek vor dem Zweitplatzierten, obwohl ich mir als "Vorbereitung" die 1500m auch angetan habe. Sowas macht natürlich Spaß und es freut mich, wenn ein paar Steirer sehen können, dass ich gut Schwimmen kann! :-)


Link zum Ergebnis


Als Belohnung von meinem Hauptsponsor gab es in diesem Jahr statt einem Apfelstrudel, mehrere Apfeltascherl, deren Zutaten komplett aus der Oststeiermark kommen. Die schmecken "ein bisschen" besser als die Apfeltaschen beim Mci und jeder sollte sie mal gekostet haben! ;-) #werbungende
Geile Belohung! Die könnte es öfter geben ;-)

Spät aber doch- goldene Ehre für Matzi



Aufgrund eines Missverständnisses(?) wurde 2011 vom LSV leider vergessen, meinen zweiten Europacupgesamtrang an die LSO zu melden, die einem eine goldene Auszeichnung des Landes Stmk einbringt. So bekam ich damals "nur" die silberne Auszeichnung fü meine Staatsmeistertitel.
Heuer ist mir bei der Verleihung aufgegallen, dass es für die EC Top 3 diese Auszeichnung gibt und habe es dort angesprochen. Da die Auszeichnungen vom steir. Landtag bestätigt wurden, habe ich diese Auszeichnung leider nicht offiziell, aber die netten Beamten der LSO waren so freundlich und ließen mich meine silberne gegen eine goldene Medaille eintauschen. Immerhin! Dankeschön! :-)

Gold, Gold, Gold! :-D



3 Wochen Deutschland



Nach einem Uniblock gin es dann wieder weiter nach Deutschland, um dort wieder drei Wochen mit meinen Kollegen zu trainieren. Hier wurde uns nichts geschenkt, in diesen Wochen habe ich 70, dann 80 und zuletzt 90km trainiert, wobei die letzte Woche ein klassischer 100er geworden wäre, wenn ich nicht am Freitag abend nach Österreich zurückgeflogen wäre. (Gott sei Dank! :-D)
#Matzi is wasted selfie :-D


Nach diesem Trainingsblock war ich schon ein wenig wasted und nicht mehr ganz so schnell im Training unterwegs, aber ich wusste, dass es mit ein zwei Erholungswochen dann "scheppern" könnte! :-)



Weiter ging es mit einem recht gröberen Uniblock (Das Bachelorende, rückt endlich in Sichtweite!), der allerdings endlich mal interessant war, ging es weiter nach Ungarn zur 2ten Runde des Europacups.

Beim 'Geburtstagsbrunch' (Mitte Juni haben wir 5Monte nach meinem Geburstag endlich einen Termin gefunden) konnte ich meiner Freundin gleich meine Muckis zeigen- die Form stimmt! :-)


 Europacup in Balatonfüred, Ungarn- ein Ort der Eindruck hinterlässt! ;-) EM Quali, Teil 2



Dieser "10er" war wieder in Balatonfüred, einer kleinen Touristenstatt am Plattensee. Es war dort mein drittes Rennen und jedes Rennen, hat(te) eine besondere Bedeutung für mich.


2010- Haters gonna hate! ;-)
War es 2010 über 5km meine erste EM-Teilnahme, mit der ich nicht gerechnet hatte (Ich wurde als Perspektivenschwimmer mitgenommen und der Druck war sehr sehr groß für mich. Denn ich wusste, wenn ich dieses Rennen verhauen würde, wäre das so gut wie das letzte Rennen meiner damals noch kurzen Freiwasserkarriere, da ich wohl nie wieder wohin "geschickt" werden würde.

Allerdings konnte ich an diesem Tag meine absolut beste Leistung rauskitzeln und den für mich damals unpackbaren 17ten Platz herausschwimmen- meine Karriere war gerettet und die 'Freunde', die sich hinter meinem Rücken beim OSV eingesetzt haben, meinen Start zu verhindern, schauten blöd aus der Wäsche! :-)


Das zweite Rennen im Plattensee, das Eindruck hinterließ, war der Europacup im Jahr 2013.Das war mein erstes Europacuprennen nach meiner super Saison 2011, wo ich den zweiten Gesamtrang erreichen konnte. Ich wollte natürlich ein ähnlich gutes Rennen abliefern, aber es kam leider ganz ganz anders. Aufgrund der Wassertemperatur (~29°), einer hohen Temperatur und meiner Unfähigkeit damit umzugehen, wurde es das schlechteste Rennen meiner Karriere. Ich war damals schon nach 10m platt und da können 10.000 von diesen sehr sehr lang werden. ;-)

Hier der entsprechende Blogeintrag

 Das Rennen:



Leider hat sich vor allem das letztjährige Rennen bei mir sehr stark eingebrannt und ich war mental schon angespannt, da ich dieses Waterloo zumindest halbwegs vergessen machen wollte.

Das Feld war wieder recht stark besetzt (wie es anscheinend generell die Entwicklung des Europacups zeigt, dass immer mehr top Leute beim Europacup Wettkampfkilometer sammeln)
und dieses Rennen war/ist teil meiner EM-Qualifikation. Also es gab genau null Spielraum für eine schlechte Leistung! ;-)


Bei diesem Rennen konnte ich den Start wesentlich besser gestalten als in Israel und so kam es, als ich eine andere Linie als das Feld wählte, dass ich nach der ersten halben Runde an Position 2 hinter einem sehr stark schwimmenden Gergely Gyurta war. Leider konnte ich die Lücke nicht schließen und ich schwamm relativ lange alleine.

Am Ende der ersten Runde hat mich dann der mehrfache Weltcupsieger aus Frankreich ein- und überholt und ich habe die zweite Runde alleine schwimmend an der dritten Position absolviert. Schwimmerisch habe ich mich top gefühlt und ich hätte vll noch mehr Speed gehabt, aber irgendwo im Hinterkopf hatte ich die Angst, dass ich das Tempo nicht die ganzen 10km durchdrücken könnte.

Deshalb ließ ich mich ein wenig zurückfallen und wollte mich im Feld, welches knapp hinter mir war, einreihen um dort am Sog zu profitieren.

Natürlich ging mein Plan wieder einmal super auf und ich landete völlig niedergetrampelt am Ende des Feldes! :-D Dazu kam ein mentaler Einbruch, bei dem ich einfach nicht ans Limit gehen konnte. Es fühlte sich zwar wie ein gutes (Trainings-)Ausdauertempo  an, allerdings konnte ich nicht "drübergehen". (Das war mein Hauptproblem in der letzten Saison)

Als dann noch eine Attack kam, und die Schwimmer vor mir nicht mithalten konnten, war mein Rennen um eine Top 5-Platzierung leider gelaufen... Ich muss mich endlich besser positionieren können ;)

Die letzten Runden verbrachte ich dann wieder alleine und war relativ down, bis ich in Runde 7 (von 8) draufgekommen bin, dass ich ja eig gut schwimmen kann! :-D

In den letzten zwei Runden konnte ich ein paar Plätze gut machen und schwamm technisch äußerst (un)sehenswert dem Finish entgegen. Auf den letzten Metern konnte ich einen zweifachen OW Olympiastarter mit total verkrampften Zügen überholen, das war mal was! :-D

Schlussendlich wurde es ein recht guter 9ter Platz, bei 36 Startern. Damit war ich relativ zufrieden, auch wenn ich lieber weiter Vorne gelandet wäre ;-)


Der bleibende Eindruck:


Natürlich muss dieses Rennen einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sonst hätte ich das vorher nicht angemerkt. ;-)

Als ich am nächsten Tag vom lockeren Training heimkam (Ja, ich trainiere jetzt auch ab und zu an einem Sonntag...) fühlte ich mich relativ schlapp und dachte, das kommt von den Renn- und Reisestrapazen.

Allerdings  bekam ich nach ein paar Stunden einen "feinen" Brechdurchfall und mir schwante böses! :D (nach dem Rennen in Hoorn, Holland 2013 durfte ich eine recht 'intensive' Nacht überleben) ;-)

Als ich dann auf Facebook mehrere Teilnehmer des Europacups mit "Spitalselfies" sah, war die Sache eig klar. Irgendwelche Keime waren im Plattensee und da man bei einem welligen 10km Rennen immer recht viel Wasser schlucken muss (böse Wellen, böse Wasserfontänen von den Vorderleuten), kann es zu solch Massenerkrankungen kommen. Von vier Schwimmern konnte ich in Erfahrung bringen, dass sie im Krankenhaus waren und von allen, die ich gefragt habe, wusste ich dass sie krank wurden. Das ist natürlich 'suboptimal' und es wäre cool, wenn ich sowas in meiner Karriere nicht so oft oder am Besten gar nicht mehr erleben müsste! ;-) Zum Glück hat sich Johanna schon von ihrer Krankheit erholen können.

Am Dienstag konnte ich wieder locker ins Training einsteigen, denn das war auch nötig, denn schon am Donnerstag ging es nach Portugal zu meinem erst zweiten Weltcupstart.



Weltcup Setubal. EM Quali Teil 3




Auch dieser Ort weckt bei mir große Erinnerung, da das Olympiaqualifikationsrennen in Setubal, Portugal wohl eines der Rennen ist, an die ich mich am meisten zurückerinnere.

Zur Erinnerung: 2012 habe ich um 22 Sekunden bei der " Schlacht um Setubal" leider die Olympiaqualifikation verpasst und das tut mir noch immer ein bisschen weh! :-)

Allerdings hätte ich wohl mit einer Olympiateilnahme 2012 mit meinen Problemen anfangs dieses Jahres meine Karriere beendet, da ich ja "eh schon einmal bei den Spielen" war. War dann doch recht knapp meine Entscheidung ;-) Und vll sogar besser so!


Nun gut. Das Feld war natürlich wesentlich stärker als bei den Europacups besetzt, aber das sollte mir im Nachhinein mehr entgegen kommen, als bei den Europacups! ;-)

Mit 45 Startern war das Feld auch quantitav sehr stark besetzt und es waren die meisten Top-Nationen mit ihren besten Mannschaften (GBR,GER, ITA etc)  angetreten. (EM-Quali lässt grüßen!) ;-)

Die Bedingungen waren wiedermal sehr fordernd. Als wir am Freitag einschwimmen gingen, staunten wir nicht schlecht! Es gab gröbere Wellen und die Flut dreht sich während der Rennzeit. (Der Rennort befindet sich ähnlich wie in Navia in einer Flussmündung am Meer) Und diese Strömungen transportierten unterschiedlich warme (oder doch kalte?) Wasserschichten mit 16,0 (!)- 20 Grad. Das ist alles andere als angenehm und mir reicht eig die Anstrengung eines 10.000m langen Rennens, da muss es nicht unbedingt auch noch kalt sein (aber trotzdem hab ich es auf jeden Fall lieber als 30° Wassertemperatur) Zum Glück waren die Wassertemperaturen am Renntag eine Spur wärmer ;-)

Dazu muss ich erwähnen, dass das mein erster Wettkampf mit meinem neuen Trainer Bernd war und ich musste ihm ja beweisen, dass er einen guten Schwimmer dazubekommen hat :-P
Wo bin ich? (Bild von 2012)


Das Rennen:


Der Start war ein wenig kurios, da die Strömung die Schwimmer nach Vorne trieb, die Schiedsrichter aber darauf bestanden haben, dass alle auf der gleichen Linie auf Höhe des Schiedsrichterbootes starten müssen.

Als dann die Schiedsrichter doch irgendwann bemerkt hatten, dass das kaum funktionieren kann, gaben sie schnell das Startsignal- allerdings waren zu diesem Zeitpunkt eine doch nicht unbeträchtliche Zahl an Schwimmern genau in die Gegenrichtung unterwegs um zur Startlinie zurück zu schwimmen... :-D Falls ich ein Video auftreiben kann, poste ich es. Das hat sicherlich super ausgehen ;-)


Da ich gerade zufällig in die richtige Richtung gestanden bin (na sowas aber auch! :D), hatte ich einen recht guten Start und konnte mich recht gut platzieren.

In der ersten Hälfte des Rennens habe ich bewusst darauf geschaut nur ökonomisch zu schwimmen, den Prügeleien aus dem Weg zu gehen und nur im Sog zu sein, damit ich genügend Kräfte für das wirklich kräfteraubende Rennen zu haben!

Dieses Rennen war äußerst unübersichtlich, da die Orientierung bei dem Wellengang wahnsinnig schwer war und die verschiedenen Strömungen den ursprünglich geraden Weg zu manch einer Boje zu einem schönen Bogen machten! ;-) Deshalb teilte sich das Feld oft in verschiedene Stränge auf und es gab viele (unabsichtliche) Berührungen und Schläge. Da hatte ich allerhand zu tun, um Kräfte zu sparen. Als ich meine Gesamt-Position in der Mitte der 4ten Runde eingeschätzt habe, war ich zufrieden, da ich nur rund 20m hinter der ersten Feldwelle war. Das dachte ich war zu diesem Zeitpunkt ausreichend.

Allerdings gab es kurz nachher eine große Offensive, da die erste Welle versuchte den allein weit vorrausschwimmenden amtierenden Weltmeister (DNF wegen Schulterproblemen) einzuholen und das Tempo richtig richtig hart wurde...

Als ich mir dann nach einer halben Runde bei der Feedingstation wieder ein Bild von meiner Situation machen wollte (bis dahin war ich beschäftigt im Sog zu bleiben und wenige Schläge zu kassieren), sah ich das große Übel. Das Feld hatte sich geteilt und die ersten 10 Schwimmer konnten sich entscheidend absetzen und danach gab es 2 weitere Gruppen und ich war in der hintersten.

Super! 

Da hab ich mich dann doch geärgert, weil ich eig noch top fit war und ich ein höheres Tempo schwimmen konnte.

Aber was mir die Sache im Gegensatz zu einem Europacup wesentlich erleichtert hat war, ist dass bei einem Weltcup die Dichte wesentlich größer ist und es tolle Verfolgergruppen gibt, bei denen man sich einbauen kann. (bei einem EC schwimmen dann die ersten 3-5 Topleute davon und es entsteht eine große Lücke, die man alleine kaum schließen kann)
Da ist er! (Ein wenig kaputt nach dem Rennen) :-D

So habe ich mich in der zweiten Verfolgergruppe eingereiht und gefightet was ging. Mittlerweile war das Renntempo passend für mich (d.h. es tat schön weh) :D

In Runde 6 habe ich bemerkt, dass meine Gruppe von der Strömung weit weit abgetrieben wird und ich entschloss mich für ein "Powersolo" :-D (Diese gingen bei mir in der Vergangenheit leider oft schief, aber solange es Hoffnung gibt, wird es von mir Solos geben :-D)

Und das hat sich wunderbar ausgezahlt! Ich konnte die gesamte Gruppe (rund 10 Mann) überholen und landete mit ein wenig Glück (und natürlich Können) am letzten Fuß der ersten Verfolgergruppe und konnte so wieder eine Runde im Sog mitschwimmen.


Am Ende der 7ten Runde (es gab 8) startete ich dann meine Attacke, da ich nicht als letzter Mann in der Verfolgergruppe ins Ziel kommen wollte und das Überholen -eh schon wissen- im Moment nicht meine Stärke ist. Und ein 1600m Zielspurt hat ja noch niemanden geschadet...


Finish


Als ich bei der Feedingstation meine Gruppe analysierte sah ich, dass ich mit zwei Italienern, einem Australier und einem Israeli um die Ränge schwimmen musste/durfte/konnte/wollte/würde!! ;-)
Außerdem sah ich, dass Rob Muffels Trinkflasche noch im Feedingstick von Bernd war und er somit hinter mir sein musste und das motivierte mich umso mehr, da Rob ein ziemliches Tier im Training ist und ich bei einem 10km Rennen im Becken oder beckenähnlichen Bedingungen 0,0 Chance gegen ihn habe.

Aber diesmal waren es eben eher meine Bedingungen. ...(nicht dass ich auf Kälte, Strömungen und Wellen scharf wäre, aber ich kann damit wohl recht gut umgehen) ;-)

Auf der vorletzten Gerade schwamm ich die ganze Zeit neben/über/unter dem Italiener Ruffini, der 2010 in Ungarn bei der EM (siehe oben) die Bronzemedaille und 2011 die Universiade in Shenzhen gewinnen konnte. Das war richtig geil! So muss sich schwimmen anfühlen! Endlich habe ich mich so gefühlt, wie ich mir das bei den Trainingseinheiten vorstelle und es war ein richtig hartes Battle! :-)

Am Ende der vorletzten Gerade hab ich ihn dann vorgehen lassen und bin in seinem Sog geschwommen, um mir die letzten Körner zu sparen. (Wäre ich nicht mehr an ihm vorbeigekommen, wäre ich trotzdem mit meinem Rennverlauf zufrieden gewesen)


Doch ich wollte mehr.

Bei der letzten Boje, habe ich die Strömung gut eingeschätzt und bin supersauber um die Boje gekommen und habe die letzten 200m nochmal an Tempo draufgesetzt.

Das Ziel kam schnell näher und ich wusste, dass ich Ruffini geschlagen habe und plötzlich ergab sich die Möglichkeit die zwei Jungs vor mir einzuholen, dafür war allerdings der Weg zu kurz und ich beendete dieses Finish als Dritter. Als ich dann gesehen habe, dass der andere Italiener niemand geringeres war als Valerio Cleri  (mehrfacher Welt und Europameister) wurde mir bewusst, dass dieses Rennen doch sehr gut war!

Und das war es auch...

Bei dem 45köpfigen Feld konnte ich den für mich sehr guten 16ten Platz erreichen. Nur mehr 1min 24 hinter dem ersten und wie man vll rauslesen konnte, fühle ich, dass da einiges mehr geht! ;-)
Bei diesem Rennen mussten 9 Leute wegen der harten Bedingungen aufgeben und einer wurde wegen Prügelns disqualifiziert. Das sagt auch einiges aus, denke ich mal ;-)

Und außerdem konnte ich das erste Mal Rob in einem Wettkampf schlagen! Mal sehen, wann mir das im Training gelingen wird! ;-)

Auf jeden Fall wünsche ich ihm für Donnerstag viel Glück, da kann er sich noch über die 5km für Berlin qualifizieren.
Hier das gute Ergebnis:

Apropros EM-Quali.


Meine Quali ist somit beendet und ich denke ich habe mit meinem 5km Test (54:30), meinem 9ten Platz beim EC und vor allem mit dem 16ten Platz beim WC überzeugen können und hoffe, dass das der OSV genau so sieht.

Ob meine Ergebnisse gut genug für eine erfolgreiche Quali waren, werde ich in den nächsten Wochen erfahren und euch natürlich gleich mitteilen! ;-)


Nächste Woche steht bei mir nach den doch anstrengenden Woche (viel Reisen, zwei 10er, Uni, Brechdurchfall, Qualistress) eine Regenerationswoche in Graz am Programm und ich kann zum Glück bei der Hochzeit meiner Schwester dabei sein! :-) Das freut mich natürlich besonders, denn es war nicht leicht, dieses Wochenende freizuschaufeln :-)

Ich melde mich wieder, wenn ich mein Höhentrainingslager in Spanien absolviere oder absolviert habe (denn ich denke, ich habe jetzt genug geschrieben!) ;-)


In diesem Sinne
stay tuned,
ein seit 8 Stunden am Flughafen wartender und Blog schreibender Matzi


Ein Verzweiflungsselfie am Flughafen! ;-)
P.S.: Diesen langen Blogeintrag widme ich der Fluglinie TAP, die püntkliche Flüge leider nicht gebacken kriegt und mich beim 4ten Flug zum 4ten Mal warten lässt, diesmal eben etwas länger! ;-)